|
Nach Ostern entscheidet sich traditionell, wie das Urlaubs- und Reisejahr
verläuft. "Nach Ostern buchen die Familien, und die entscheiden, wie das Jahr
läuft", sagt Andreas Zenker vom Österreichischen Verkehrsbüro.
Bis jetzt ist das heurige Jahr sehr gut gelaufen. Ein Buchungsplus gegenüber
dem Vorjahr von vier Prozent gibt das Verkehrsbüro an und verweist auf einen
starken Jänner und einen sehr guten März.
Ein Drittel bleibt daheim
Traditionell bleibt ja das Gros der Österreicherinnen und Österreicher für
den Urlaub im Inland - das belegt auch eine im März vom ORF-Wirtschaftsmagazin
"Eco" in Auftrag gegebene market-Studie.
Die Bilanz zum Vorjahr
Die Österreicher haben laut Angaben der Statistik
Austria vom Montag letztes Jahr
13,2 Millionen Urlaubsreisen gemacht - um 2,4 Prozent weniger als 2003. Knapp
die Hälfte (48,5 Prozent) der Urlaube verbrachten Herr und Frau Österreicher im
Inland.
Unter den Urlaubsdestinationen außerhalb von Österreich rangierte wie schon
in den Jahren zuvor auch 2004 Italien
sowohl bei Haupt- als auch Kurzurlauben an der ersten Stelle.
Am zweithäufigsten wurde bei Kurzurlauben Deutschland (vor Ungarn, Kroatien,
Tschechien und Slowenien) frequentiert, bei den Haupturlauben war es Kroatien,
dann folgten Griechenland, Deutschland, Spanien und die Türkei.
Comeback für Griechenland
Bei den Reisezielen außerhalb Österreichs ist aber laut allen Befragungen ein
deutlicher Trend zu erkennen. Griechenland holt gegenüber dem Vorjahr auf (bis
jetzt plus elf Prozent bei den Buchungen). Spanien lag im Jänner zwar voran, ist
aber schwächer als im Vorjahr. Vorne mit dabei: die Türkei, und auch Ägypten ist
stark gefragt.
Bei den Griechen ergibt sich die Steigerung gegenüber einem schwächeren
Vorjahr. Die Olympischen Spiele hatten die Preise im Vorjahr zu stark in die
Höhe getrieben - das schreckte die Gäste ab.
Boom bei Fernreisen
Die stärksten Zuwächse gibt es im Bereich Fernreisen: plus 28 Prozent bei
Reisen in die USA (hier macht sich der schwache Dollar bemerkbar und die
Vereinigten Staaten attraktiv), plus 100 Prozent gibt es bei den Pauschalreisen
nach Dubai. Hier
ist das Angebot stark ausgeweitet.
Thailand verbucht ein Minus
von 33 Prozent. Der Tsunami hat die Kapazitäten an der thailändischen Westküste
dezimiert. An der (nicht betroffenen) Ostküste läuft der Tourismus wie bisher.
Das Schiff ruft
Was weiterhin anhält, ist der Trend zu Kreuzfahrten aller Art. Grund: Die
Angebote der Reeder werden größer, Kreuzfahrten sind erschwinglicher, und, wie
das Verkehrsbüro erinnert, sie sind bequem - "das Hotel ist immer mit dabei", so
Zenker.
Luxus Kreuzfahrt von
den Vulkanen Hawaiis in die Südsee

Die Inseln Hawaiis bestechen durch ihre
kontrastreichen Landschaften. Lava spuckende Vulkane, Wasserfälle, wild
zerklüftete Küstengebirge wechseln sich ab mit Regenwäldern und üppigen
Plantagen, in denen alles zu wachsen scheint, was es an tropischen Früchten
gibt. |
Eine Ägypten-Tour machen die Menschen mittlerweile am liebsten mit dem
Schiff. Am Mittelmeer gibt es zahllose Destinationen. Aber auch auf der Donau
bieten holländische Reeder eine Reihe von Angeboten. Und Kreuzfahrten haben
immer noch den Nimbus des Besonderen.
All inclusive
Ein Blick in die Kataloge der Reiseveranstalter zeigt: Vor allem in der
Türkei setzt man auf den Ausbau großer Hotelanlagen. Bei
All-inclusive-Arrangements punktet die Türkei mit dem oft günstigsten
Preis-Leistungsverhältnis.
Stärker geachtet wird auf die Zielgruppen bei Pauschalreisen. Vor allem
zahlungskräftige Paare ohne Kinder versucht man mit Wellness-Oasen am Meer zu
locken. Strand und Spa, das haben viele Veranstalter zwischen Spanien und der
Türkei im Angebot. Für die maximale Erholung ist man auch garantiert
"kinderfrei".
Die Charts bei Last Minute
Bei den Last-Minute-Angeboten liegen für die Reisemonate April und Mai die
Türkei und Ägypten stark im Trend, sagt der Geschäftsführer des
Last-Minute-Anbieters Stafa-Reisen, Robert Chlebec, gegenüber ORF.at. Im Trend
liege aber auch Dubai auf Grund eines guten Preis-Leistungsverhältnisses.
Immer mehr kurz Entschlossene würden auch über das Internet buchen, sagt
Chlebec. Mittlerweile führe ein Drittel seiner Kundschaft die Buchungen über das
Internet durch.
Plus bei Touristik-Riesen
Auch die großen Reiseveranstalter bilanzieren bis jetzt sehr positiv. Die
Touristik-Riesen Thomas Cook (Neckermann) und TUI verbuchen im laufenden Jahr
steigende Umsätze von vier bis sieben Prozent. Vor allem bei den Pauschalreisen
versuchen die großen Konzerne mit verschiedenen Preissenkungen zu punkten.
Wo es die Deutschen hinzieht
Bei den Nachbarn in Deutschland hat Zypern als Urlaubsdestination bei den
Buchungen die meisten Zuwächse zu verbuchen. Gefragt bleiben Tunesien, die
Türkei und
Mallorca.
Die Strategie, Gäste durch Preisanreize zum frühen Buchen zu bewegen, scheint
aufzugehen. Anreize möchte man aber auch in der Sommersaison bieten. Gerade
durch Internet-Plattformen boomen ja Restplatzbörsen und Schnellbucher-Angebote.
|