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Rom: Reise durch die "ewige Stadt"

Ein Ausflug zu den historischen Stätten gehört für fast jeden Rom-Touristen zum Pflichtprogramm. Möchte man das römische Alltagsleben einfangen, empfiehlt sich ein Spaziergang vom lebhaften Campo de Fiori zur Piazza Navona, dem "Wohnzimmer Roms".

Rom ist ein Mythos. Ob "Ewige Stadt" oder "Zentrum der Welt" - es sind nicht gerade bescheidene Titel, mit denen sich die italienische Metropole am Tiber schmückt und ihre weltgeschichtliche Bedeutung betont.

Für Ruinenromantiker ist Rom mit seinen überwältigenden Monumenten der Antike ein Nabel der Weltkultur, für fromme Katholiken Pilgerziel und heilige Stadt und für Italienliebhaber der Inbegriff italienischen Lebensgefühls. Vermutlich ist es gerade das Nebeneinander dieser gegensätzlichen Elemente, das immer wieder fasziniert. Die Stadt am Tiber-Ufer gilt als Schmelztiegel der Nationen und so erklärt sich auch ihr Reichtum an vielfältigen und widersprüchlichen Eindrücken.

Hotels Rom

Savoy Hotel Rome ****
Das Savoy Hotel Rome liegt an der Ecke der berühmten Via Veneto, nahe der Spanischen Treppe und den Gärten der Villa Borghese. Einkaufsstraßen mit italienischen Modeboutiquen, Museen und Theater erreichen Sie zu Fuß. Das Hotel verfügt über eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Das Hotel bietet 135 schöne Zimmer mit allem modernen Komfort. Das Hotelrestaurant Sistina serviert in intimer Atmosphäre mediterrane Gerichte. Es gibt zudem fünf Konferenzräume für Ihre Empfänge, Cocktails, Besprechungen, Galas und Bakette.

Stadtbesichtigung

Wer mitten hinein will ins römische Leben, dem empfehlen wir zu Beginn eine Orientierungsfahrt mit der Straßenbahnlinie 3. Tickets gibt es an allen römischen Zeitungskiosken. Der Weg führt vorbei am Palatin, dem Forum Romanum und dem Colosseum, dem Zentrum des alten Roms.

Erste Station unserer Stadtrundfahrt ist der Palatin, die Gründungsstätte Roms. Hier auf diesem Hügel hat 753 vor Christus Romulus gegen die Absichten seines Bruders Remus eine Stadt gegründet. Später bauten sich hier die Kaiser des römischen Weltreiches ihre Paläste; der deutsche Name Palast leitet sich im übrigen von dem Wort Palatin ab.

Gleich neben dem Palatin geht es über die Via Sacra durch den Titusbogen hindurch auf das Forum Romanum. Im 6. Jahrhundert vor Christus begannen die Römer die Senke zwischen Palatin und Kapitol zu entwässern. Eine Bepflasterung wurde angelegt und die Basiliken errichtet, in denen Gericht gehalten und Handel getrieben wurde. Ein urbanes und kommunikatives Zentrum entstand, von dem aus die Stadt Rom sich anschickte, eine Weltmacht zu werden.

Die nächste Station unserer Tour ist das Colosseum. Mit seinem Bau wurde 72 nach Christus begonnen. Rom hatte damals den Höhepunkt seiner geographischen Ausdehnung erreicht. Gleichzeitig mehrten sich aber die Zeichen des Niedergangs. Die Gladiatorenkämpfe sollten die Bürger durch immer sensationellere Attraktionen von den Konflikten des Imperiums ablenken. An kaiserlichen Feiertagen wurden Getreide und Nahrungsmittel an die Bevölkerung verschenkt.

Aber auch die jüngere Vergangenheit hat ihre Spuren hinterlassen. In einem Gebäude in der Via Tasso war in den Jahren 1943 und 1944 das Hauptquartier der SS untergebracht. Heute beherbergt es ein Museum, das sich mit der Geschichte des römischen Widerstandes beschäftigt.

  • Museo Storico della Lotta di Liberazione
  • (Museum des italienischen Widerstandskampfes)
  • Via Torquato Tasso 145
  • Öffnungszeiten:
  • Donnerstag und Samstag 16-19 Uhr
  • Sonntag 10-13 Uhr
  • Eintritt frei

Unsere Tour führt uns nun in den Stadtteil San Lorenzo, eines der alten römischen Arbeiterviertel. Hier wurden Gläser und Spiegel gefertigt; die einstigen Produktionsstätten sind heute meistens verwaist. Gehalten haben sich in San Lorenzo aber die vielen kleinen Handwerkerläden. San Lorenzo ist ein kleines Dorf für sich, in das sich nur selten ein Tourist verirrt.

L'EUR - der Name steht für Esposizione Universale di Roma, auf deutsch die „Weltausstellung“, die für das Jahr 1942 unter dem Verwaltungskürzel "E42" geplant war. Unter Städteplanern gilt der 60 Jahre alte Bebauungsplan von EUR als beispielhaft. 55 Prozent des 430 Hektar großen Areals sind dem öffentlichen Nahverkehr und Grünflächen vorbehalten. Ein besonders beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen ist der künstliche See in EUR.

Die Diskussionen zwischen Modernisten und Traditionalisten in der italienischen Architektur der 30er Jahre lässt sich in EUR gut nachvollziehen. Der Palazzo dei Congressi von Adalberto Libera steht für einen fortschrittlichen Entwurf. Die Kuppel der Kirche Pietro e Paolo von Foschini hat einen Durchmesser von 28 Metern. Damit liegt sie hinter dem Petersdom an zweiter Stelle in Rom.

Ein Merkmal der faschistischen Architektur sind die klassizistischen Elemente. Der Staat versuchte, das machtvolle römische Weltreich zu zitieren, als Hinweis auf eine zukünftige führende Rolle Italiens im Europa des 20. Jahrhunderts. Paradoxerweise führte genau dieser Größenwahn dazu, dass die geplante Weltausstellung nie stattfinden konnte. Der klotzige Palazzo della Civilità Italiana wird von den Römern im Volksmund "das eckige Colosseum" genannt: Hier ist die faschistische Symbolik, abseits aller Elemente der Moderne, endgültig zu Stein geworden.

Römischer Spaziergang

Gemeinsam mit einem Römer haben wir einen Spaziergang durch sein ganz persönliches Rom unternommen. Er hat uns dabei gezeigt, was für ihn in seiner Stadt wichtig ist:

„Ich beginne meinen Spaziergang meistens am Campo de Fiori, einem der lebendigsten Plätze Roms. Hier kann man morgens auf dem Markt das römische Volk treffen; die alten Straßennamen erinnern immer noch daran, dass hier früher die Handwerker lebten, wie etwa die Straße der Koffermacher oder die der Schlüsselmacher.

Der Campo de Fiori war schon immer ein Treffpunkt für die Opposition, wenn es wieder einmal nötig war, die Regierung zu kritisieren. Nicht zuletzt sind hier auch sehr traurige Dinge passiert. Der Klerus ließ im Jahre 1600 den Philosophen Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil seine Überzeugungen nicht mit denen des Vatikans übereinstimmten. Jedes Mal, wenn ich auf den Platz komme, gehe ich zu seiner Statue, um etwas über die Gedankenfreiheit und den Widerstand nachzudenken.

Vom Palazzo Montecitorio aus gehe ich über den Platz vor dem Pantheon, der von dem beeindruckenden Tempel dominiert wird. Von da aus geht’s dann gleich weiter auf die Piazza Navona. Die Piazza Navona wird gerne als das Wohnzimmer Roms bezeichnet. Die Römer kommen hierher, um dem Verkehr zu entfliehen und vor allem, um sich miteinander zu treffen, und das war schon immer so.

Schon zu Zeiten Kaiser Domitians wurde hier ein Stadion angelegt, als Vergnügungsstätte für die Römer. Dann haben die Päpste den Platz mit den Bauwerken von Bernini und Borromini verschönert. Und heute ist es einer der immer weniger werdenden Plätze in Rom, wo es wenig Verkehr gibt und man den Stress der Stadt hinter sich lassen kann.“

Trastevere

Jeden Sonntagmorgen zwischen 7 und 13 Uhr findet an der Porta Portese im Stadtteil Trastevere Roms bekanntester Flohmarkt statt. Auch wenn die Preise noch so günstig sind: Überall hier ist es ein "Muss", um den Preis der Ware zu handeln. Natürlich wird auf einem römischen Flohmarkt auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Die römische Porchetta, ein mit Kräutern gefülltes Spanferkel, ist die ideale Stärkung für unseren Spaziergang durch die Gassen von Trastevere.

Trastevere führt in Rom ein Eigenleben. Bei Einheimischen und Touristen ist Trastevere heute vor allem deswegen beliebt, weil es hier keinen Autoverkehr gibt. Der größte Teil des Stadtteils ist Fußgängerzone wie etwa an der Piazza di Santa Maria, dem Mittelpunkt des Viertels. Und natürlich laden auch die zahlreichen Cafés zum Verweilen ein.

Eines der wichtigsten römischen Rituale ist die passeggiata, der Spaziergang: Man lässt sich dabei langsam in den Abend hineintreiben, um gelassen dem entgegenzusehen, was da kommen mag. Die in ein magisches Licht getauchte Piazza di Santa Maria in Trastevere wird an jedem Abend für die römischen Nachtschwärmer zur Bühne, auf der sie ihre selbstdarstellerischen Fähigkeiten beweisen können.

Appia Antica

Die Via Appia war Teil eines Straßennetzes, das zu seinen besten Zeiten 85.000 Kilometer umfasste und mit dessen Hilfe Rom rund 80 Millionen Einwohner unter Kontrolle hatte.

Gleich am Anfang der Via Appia, nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich in einer unscheinbaren Parkanlage hinter einem noch viel unscheinbareren Eingang das Columbarium des Pompylias Hylas. Ein Columbarium ist ein Urnengrab, und dieses Familiengrab stammt aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Allein durch seine geographische Lage demonstriert die Grabstätte die Bedeutung der Familie. Wer sich hier gleich am Anfang der Via Appia eine letzte Ruhestätte leisten konnte, musste wohlhabend sein.

Überall entlang der Via Appia finden sich die Überreste von Grabdenkmälern aus allen Epochen der römischen Geschichte. Das mächtigste Grabmal auf der Via Appia ist das der Caecilia Metella, das im Mittelalter seiner eigentlichen Bestimmung entrissen wurde, indem man es zu einer Festung umbaute. Aber nicht nur die Römer, auch die immer größer werdende Gemeinschaft der Christen haben entlang der Via Appia ihre Toten begraben.

Wir machen einen Abstecher zu den Katakomben von San Callisto, einer frühchristlichen Nekropole, deren älteste Gräber aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammen. Die Katakomben gehören zu den wichtigsten in Rom. In den nahegelegenen Steinbrüchen der Fosse Ardeatine wurden im März 1944 von deutschen Besatzungstruppen 334 Italiener kaltblütig hingerichtet. Ein Bombenattentat auf einen Lastwagen der SS, bei dem 32 Soldaten ums Leben kamen, wurde mit der mehr als zehnfachen Zahl von Opfern vergolten. Das Grabmal wird von einer einzigen, auf Stützen ruhenden Betonplatte überdeckt.

Heinz Beck: Roms bester Koch

Auf dem Markt auf dem Campo de Fiori sind wir verabredet mit Heinz Beck, einem deutschen Koch, der gerne hier einkauft. Ein deutscher Koch? Nein, Roms bester Koch, zumindest wurde der Chef des "La Pergola" auf dem Monte Mario vom italienischen Gourmetmagazin "Gambero Rosso" dazu gekürt.

Eines der Restaurants, in denen Beck in die italienischen Nudeltöpfe geschaut hat, ist das "Myosotis", mitten im Zentrum Roms. Der Deutsche ist hier immer ein gern gesehener Gast. Heute wird in der Küche von der Chefin persönlich eine Amatriciana zubereitet, die römische Pasta schlechthin.

Myosotis

Vicolo della Vaccarella 3/5

Fiumicino

Bei den Römern ist Fiumicino vor allem wegen seiner vielen guten Fischrestaurants beliebt. Ein Ausflug in eines der Restaurants an der Hafenmole ist für den Römer von Zeit zu Zeit ein absolutes "Muss", zumindest für denjenigen, der es sich leisten kann. Ganz billig ist es nicht in Fiumicino essen zu gehen, dafür bekommen Sie aber den frischesten Fisch in der ganzen Gegend: In den warmen Oktobertagen können Sie das Ganze noch draußen, direkt am Mittelmeer, genießen.

Bovini della Maremma .

Lago di Bracciano

Unser Ausflug in die römische Campagna führt uns mitten in eine landwirtschaftlich geprägte Idylle. Auf der Via Aurelia treffen wir auf die typischen Rinder, die hier zu Hause sind: die so genannten "bovini della Maremma". Typisch für die Gegend ist die fruchtbare, lehmige Vulkanerde.

Nach einer halben Stunde erreichen wir Anguillara am Ufer des Lago di Bracciano, ein Vulkansee, wie alle Seen in der Rom umgebenden Region Lazio. Durch das Stadttor aus dem 16. Jahrhundert gelangt man zu einem Belvedere, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf den See hat. In der warmen Jahreszeit ist Anguillara eines der beliebtesten Ausflugsziele der Römer. Das saubere Wasser des Sees lädt zum Baden und Fischen ein. Vor allem auch für seinen Reichtum an Aalen ist der Lago di Bracciano bekannt.

Vom Schloss der Grafen von Anguillara aus unternehmen wir noch einen Ausflug in das knapp 10 Kilometer entfernte Ceri. Die festungsartig auf Tuffsteinfelsen angelegte Ortschaft befindet sich schon mitten im antiken Etruskerland. Wahrzeichen des Dorfes ist die Schutzheilige Madonna di Ceri und die gleichnamige Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Ceri wurde im Mittelalter von Flüchtlingen aus dem antiken Caere, dem heutigen Cerveteri, gegründet und war für lange Zeit einer der wichtigsten strategischen Orte in der Gegend.

 
 
 
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