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Portugals heimliche Hauptstadt Porto ist Namensgeber für das ganze Land.
Sie gilt als eine der schönsten Metropolen Europas. Und dies zu Recht. Denn
die zauberhafte Stadt im Norden des Landes hat neben ihrem berühmten Wein
viel zu bieten

Portugal – das ist städtisches Leben in Lissabon, Ferienstimmung pur an
der Algarve. Doch nicht nur das: wer es weniger hektisch mag, findet viele
Ausweichmöglichkeiten. Wo vielleicht ein paar Strände zum Relaxen einladen,
oder wo es im Hinterland noch portugiesisch zugeht und nicht so
„touristisch“ wie im Dunstkreis der Ausstellung. Wer auf städtisches
Ambiente nicht verzichten möchte, ist in Porto, der zweitgrößten Stadt des
Landes, gut aufgehoben. Was rein urbane Reize anbetrifft, setzt Porto
Lissabon nämlich sogar noch eins drauf. Portugals „heimliche Hauptstadt“ (so
genannt, weil sich in jüngerer Vergangenheit wegen der hohen Lebensqualität
dort immer mehr Big Business angesiedelt hat) ist eine der schönsten
Metropolen Europas, vielleicht sogar eine der reizvollsten der Welt.
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Solverde Hotel Espinho *****
An der Küste Nordportugals, die Stadt Espinho als eine ruhige und angenehmer
Ort ,der die malerische Landschaft mit dem Meeresrauschen vereint. In
direkter Nähe der historischen Stadt Oporto, die inziwschen ein Welterbe der
UNESCO ist und dem legendären Port Wein Kellern, beeindruckt Espinho durch
seine Heiterkeit und seine großzügige Gastfreundschaft. Das Hotel Solverde,
ein 5 Sterne Deluxe Resort Hotel, liegt in Espinho, nur 20 Minuten von
Oporto entfernt. |
Süffiger Stoff
In Porto begann Portugals Werdegang. Die Stadt ist der Namensgeber für
das ganze Land: portus cale, lat., heißt „ruhiger Hafen“. Als solcher war
die Siedlungsstätte am Douro-Fluß bereits in der Spätbronzezeit (8. Jh. v.
Chr.) gegründet worden. Und schon damals gab es Schiffsverkehr bis ins
Mittelmeer, eine Tradition, die der (1394) in Porto geborene Heinrich der
Seefahrer später global auszudehnen verstand. Gewohnten heimischen Immer
wieder bieten sich reizvolle Ausblicke auf die StadtGenüssen nachtrauernde
römische Besatzer führten die Weinkultur ein, und die Engländer waren es,
die Porto über den in Großbritannien enorm beliebten Portwein reich werden
ließen. Zu einem frühen Datum (1352) bereits knüpften sie freundschaftliche
Bande mit den Portugiesen, die jahrhundertelang hielten, hatte man doch (in
den Spaniern) einen gemeinsamen Feind. 1654 ließen sich die ersten
britischen Weinhändler in Porto nieder, und bald kamen mehr. Sie alle
machten in ihrer Monopolstellung blendende Geschäfte mit dem süffigen Stoff,
der später sogar mit Brandy verschnitten wurde und damit im kleinsten
Übermaß für einen fürchterlichen Rausch und noch grimmigeren Kater sorgte.
Unvergesslicher Anblick
Der starke Wein trug dazu bei, Porto zu dem zu machen, was es heute ist:
Eine bezaubernde Stadt, seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und in
ihren Altbezirken unter permanentem Denkmalschutz stehend. Das Panorama der
Altstadt Ribeira, das man von Vila Nova de Gaia vom Südufer des Douro aus
sieht, ist ein unvergeßlicher Anblick. Wer das Glück hat, die Konturen
dieses Uferbezirks an einem dunstigen Sommermorgen zu Gesicht zu bekommen,
wenn Gegenwart und Vergangenheit zu einer neuen, faszinierenden Dimension
verschwimmen, wird noch lange von den tiefen Eindrücken zehren.
Die Touristenbroschüren zählen einzelne Highlights auf, wie die
Kathedrale von Porto, den Bischofspalast, die Residenz des Infanten, den
Vitória-Hügel und den Torre dos Clérigos, mit stolzen 76 Metern immerhin
Portugals höchster Kirchturm. Doch man braucht sich keine Rosinen aus dem
großen Kuchen Porto herauszupicken, sondern wird diesen als Ganzes genießen
wollen. Es sei denn, man geht auf Entdeckungstour durch die engen Gassen der
Altstadt oder entlang der glänzenden Avenidas des modernen Porto. In allen
Richtungen werden immer wieder neue Eindrücke geboten.
Großartige visuelle Erlebnisse vermitteln vor allem die
Azulejos, blau-weiße Fayence-Kacheln arabischer Herkunft, die zahlreiche
Gebäude Portos zieren, darunter den Bahnhof, und manchmal komplette Fassaden
bedecken. Wer sich ein wenig für diese urige Kunstrichtung zu begeistern
vermag, die mitunter, durchaus erträglich, etwas in den Kitsch abzugleiten
droht, kommt in Porto voll auf seine Kosten – und zu fotografieren gibt es
selbstverständlich auch jede Menge Blau-Weißes.In Porto findet man besonders
schöne AzulejosNicht minder prächtig ist der Blick von der Douro-Brücke,
einer dem Gesamtbild harmonisch angepaßten Konstruktion, hinter der sich der
Geist Gustave Eiffels verbirgt. Einer seiner Schüler (Theophile Seyrig)
baute im letzten Jahrhundert den beeindruckenden, nach König Luis I.
benannten „Doppeldecker“. Sowohl Fahrzeuge als auch Fußgänger können die
beiden Ebenen der Brücke benutzen, deren oberste natürlich in bezug auf den
Ausblick das Gelbe vom Ei bietet. Unmittelbar unterhalb liegen Rabelos,
farbenfroh bemalte Portweinboote aus alter Zeit. Entlang der Promenade am
Südufer reihen sich zahlreiche Weinlagerhäuser und -keller; in einem
Weinmuseum läßt sich einiges zum Thema verinnerlichen, mit Einschluß von
Kostproben, vor deren Power gewarnt sei.
Bootsfahrt auf dem Douro
Konzentriert läßt sich alles dies betrachten, wenn man an einer Bootstour
auf dem Douro teilnimmt, dessen malerische Ufer streckenweise an den Rhein
erinnern. Bootsanleger gibt es stromab von der Brücke auf beiden Seiten des
Flusses, und bis in den Abend hinein finden regelmäßig Abfahrten statt.
Wer sich mehr landverbunden fühlt, setzt sich in eine der bunten
Straßenbahnen mit den lebendigen offenen Märkten oder sauberen Parks als
Ziel, in denen die Bürger der Stadt ihren ganz eigenen Lebensstil pflegen,
der sich durch die Abwesenheit vieler Streßlasten vom 300 km weiter südlich
gelegenen Lissabon erheblich unterscheidet. Ein dichtes Netzwerk städtischer
Busrouten erleichtert Reisenden ohne eigenen fahrbaren Untersatz überdies
den Zugang zu entlegeneren Zielen wie den im Sommer gut besuchten Stränden
im Norden und Süden Portos. Die praias sind zum Teil schon ein paar
Kilometer von der Stadt entfernt. Dafür bieten sie aber auch den Vorzug
diskreter Distanz zum Mündungsbereich des Douro, in dem sich – leider –
immer wieder einiges Anrüchiges zusammensuppt.
Atlantisches Klima und frischer Wind
Herbe – das ist der passende Begriff für diese Stadt am Douro. Obwohl
Porto nur wenig nördlicher als Mallorca gelegen ist, macht sich das
atlantische Klima mit kühlen Strömungen und frischen Winden bemerkbar, die
in fühlbarem Kontrast zu den milden Lüftchen des Mittelmeeres stehen. Dafür
hat man außerhalb jener Sommertage, an denen es wirklich heiß wird und die
Strände mit tripeiros (und Spaniern aus dem Binnenland) bevölkert sind,
mitunter endlose Küstenstriche für sich allein – was ja auch nicht zu
verachten ist. Wer allerdings Kontakte sucht, hat es mit den stets
freundlichen und sehr hilfsbereiten Einheimischen ausgesprochen leicht.
Englisch wird in Porto weitaus mehr als in der Hauptstadt beherrscht – die
Jahrhunderte britischer Präsenz machen sich immer noch bemerkbar.
Der (verstorbene) Schriftsteller Friedrich
Torberg, vielen deutschen Lesern als Übersetzer Ephraim Kishons Werke
bekannt, hatte sich vor dem Krieg als Flüchtling in der Stadt aufgehalten.
„Manche portugiesischen Häuser, zumindest in Porto und jedenfalls soweit sie
als Pensionen firmieren“, notierte er unter den damaligen Eindrücken,
„zeichneten sich durch eine nicht restlos durchdachte architektonische
Planung aus...“ Das trifft auch weiterhin zu. Im Gassengewirr der Altstadt
stößt man des häufigeren auf Schilder mit der Architektur vom Feinsten in
Portos AltstadtAufschrift Pensão. Hinter den schmalen Fassaden verbergen
sich oft wunderliche, verwinkelte Interieure und nur mit Mühe auffindbare
und nicht immer im strengen Sinn funktionelle sanitäre Anlagen. In einer
solchen Herberge landeten meine Frau und ich, nachdem wir uns bei der
Ankunft ziellos durch die Altstadt hatten treiben lassen. Für 20 Mark gab’s
ein (winziges) Doppelzimmer – mit Familienanschluss total. Als wir nach
einer erlebnisreichen Woche abreisten, brachen unsere betagten Wirtsleute in
Tränen aus, denn wir gehörten schon mit dazu. Das macht eben den großen
Unterschied zu der abgeklärten Welt - und EXPO-Stadt Lissabon aus. Schon
deshalb, dieses „menschlichen Faktors“ wegen, sollte man – mit Lissabon als
Endziel oder nicht – einen Abstecher nach Porto vielleicht einmal ins Auge
fassen.Roland Hanewald
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