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Mallorca und
Türkei zählen zu den beliebten Zielen in diesem Sommer / Verband
erwartet ein Umsatzplus von mehr als fünf Prozent
Die deutschen Reiseveranstalter erleben einen Aufschwung. Die Geschäfte
liefen günstiger als erwartet, berichtet der Branchenverband DRV. Vor allem
die Frühbucherrabatte hätten "voll eingeschlagen".
VON THOMAS WÜPPER (BERLIN)
Im Reisejahr 2005, das am 31. Oktober endet, werde man "ganz locker" das
angepeilte Umsatzplus von fünf Prozent erreichen, sagte Klaus Laepple,
Präsident des Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV). Im
nächsten Jahr werde ein Zuwachs in gleicher Größenordnung erwartet. "Damit
hätten wir dann den Einbruch nach dem 11. September 2001 ausgeglichen und
das vorherige Niveau wieder erreicht", so Laepple.
Nach den Terroranschlägen war der Umsatz der Reisebranche hier zu Lande
um insgesamt rund 15 Prozent geschrumpft. Bereits in der abgelaufenen
Wintersaison hatte das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres um
sieben Prozent zugelegt. Voriges Jahr setzten die deutschen Reisebüros und
-veranstalter 19 Milliarden Euro um.
Die Rabattstrategien der großen Veranstalter TUI, Thomas Cook und Rewe
Touristik, die zusammen zwei Drittel des Marktes beherrschen, zahlen sich
diese Sommersaison offenkundig aus. "Die Verbraucher lassen sich die
Schnäppchen nicht entgehen und haben vielfach schon gebucht", erläutert
Laepple. Das gebe der Branche wieder mehr Planungssicherheit. In den
vergangenen Jahren hatte der rasant wachsende Trend zum Last-Minute-Urlaub
die lukrative Vermarktung der Hotel- und Flugkapazitäten zunehmend
erschwert. Der Verbandschef räumt indes ein, dass die Frühbucherrabatte bis
zu zehn Prozent nicht unbedingt neue Kunden locken. In der Regel
verzichteten für die Billigofferten Hotels und Fluglinien auf einen Teil der
Gewinnmarge.
Hinter den Zuwächsen verbirgt sich eine gespaltene Entwicklung. So nimmt
der Trend zum Zweit- oder Dritturlaub weiter zu. Die durchschnittliche Dauer
der Hauptferienreise ist laut Laepple inzwischen von früher 18 auf nur noch
zwölf Tage gesunken. Dafür packen viele Deutsche für Städte- oder Skiurlaube
mehrfach die Koffer.
Bei den Reisezielen sorgt vor allem
Mallorca wieder für rege Geschäfte. "Die Insel erlebt eine echte
Renaissance", schwärmt Laepple. Das beliebteste Sonnenziel der Deutschen
sorgt allein für ein Zehntel des Brachenumsatzes, hatte zuletzt aber auch
wegen als zu hoch empfundener Preise deutliche Einbrüche bei den Gästezahlen
und Übernachtungen erlebt. Sorgenkinder seien dafür Bulgarien, wo derzeit
viel gebaut werde, und
Griechenland wegen hoher Preise. Ganz anders die
Türkei, wo in
diesem Jahr ein weiterer Besucheransturm aus Deutschland erwartet wird.
Mit neuen
Themenhotels wie Topkapi oder Kreml, neuen Ferienorten wie Lara bei
Antalya und günstigen All-inclusive-Angeboten mache das Land "alles
richtig", so Laepple. Zudem begehe man nicht den Fehler, am Meer "bis in die
vierte Reihe" Hotels zu errichten, sondern nutze das riesige Reservoir von
8000 Kilometern Mittelmeerküste für eine verträglichere Entwicklung.
Bei Fernreisen steuern die Deutschen laut Laepple verstärkt neue
Pauschalziele wie China oder
Mauritius an. Wie das Asiengeschäft nach der Tsunami-Katastrophe laufe,
werde sich erst in der Wintersaison zeigen. "Die beste Form von Hilfe
bleibt, in Sri Lanka, Thailand
oder auf den Malediven Urlaub zu machen, das ist fast überall wieder
problemlos möglich", betont der DRV-Chef.
Das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt aber auch in
diesem Sommer die eigene Heimat. Neben Klassikern wie Oberbayern, der Ostsee
und dem Schwarzwald lege vor allem der Tourismus rund um Gesundheit und
Wohlbefinden deutlich zu. Neue Standards für
Wellness-Hotels
sorgten dabei für mehr Vertrauen, betont Laepple. Zuvor sei da "viel
Schindluder" getrieben worden
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