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12.8.2005 Leere Städte und übervölkerte Strände: Italien bereitet sich auf
das Wochenende vor Ferragosto vor, das Fest von Maria Himmelfahrt und
Höhepunkt der touristischen Saison im Stiefelstaat.
Den
"Ferien des Augustus", wie es im alten Rom hieß, haftet trotz der seit
Jahren beschworenen Veränderung der Urlaubsgewohnheiten eine fast magische
Bedeutung an.
Die Hälfte der Italiener hat bereits die Großstädte verlassen oder wird
es in den nächsten Tagen tun, um den Ferragosto in den Badeorten oder im
Gebirge zu verbringen, berichteten italienische Medien. Experten rechnen mit
einem "heißen Wochenende" - vor allem wegen des Straßenverkehrs.
So werden ab heute, Freitag, mehr als zehn Millionen Fahrzeuge auf den
Autobahnen unterwegs sein. Die nationale Autobahngesellschaft rechnet mit
langen Schlangen an den Grenzübergängen. 70 Prozent der Italiener, die sich
einen Urlaub gönnen, werden Ferien am Meer verbringen. Zehn Prozent
verreisen ins Ausland.
Der Rest entschließt sich zu einem Urlaub in den Bergen oder an den Seen.
Laut Wirtschaftsexperten werden die Italiener in den nächsten zehn Tagen 20
Prozent der 18 Milliarden Euro locker machen, die sie im ganzen Sommer für
den Urlaub ausgeben.
Für die Touristen in den Städten heißt die Massenflucht aus den Städten
zunächst freie Bahn. Die Chancen, endlich einmal in Rom oder Mailand einen
Parkplatz zu finden oder nicht in voll gestopften Bussen und U-Bahnen zu
schwitzen, stehen in den Tagen rund um Ferragosto gut.
Die andere Seite der Medaille ist weniger erfreulich: Viele Geschäfte
bleiben gesperrt, die Suche nach einem offenen Lebensmittelgeschäft kann zum
Abenteuer werden.
Und doch scheint das Phänomen der Massenflucht in diesem Jahr
abgeschwächt. Italienische Zeitungen errechneten anhand von Abfallmengen und
Gasverbrauch, dass mindestens 100.000 Römer mehr als 2004 zu Hause geblieben
sind.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren haben die Italiener heuer den
Urlaub weniger ausschließlich auf August konzentriert und auch auf die Vor-
und Nachsaison gesetzt.
Soziologen und Meinungsforscher führen die allmähliche Abkehr von
Gewohnheiten vor allem auf wirtschaftliche Zwänge zurück.
Auch die Italiener müssen wegen der schwachen Konjunktur den Gürtel enger
schnallen. "Es wird weniger ausgegeben, die Reisen werden kürzer", sagte ein
Sprecher des Meinungsforschungs-Institutes Censis.
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