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Unter dem Pseudonym Nedjma schreibt eine Frau von Ehe, Sex, Liebe und Wut - in
Frankreich gefeiert, in ihrer
Heimat geschmäht.
Eine muslimische Frau schreibt einen Roman über weibliche Sexualität: "Die
Mandel" erzählt die Geschichte der 20jährigen Marokkanerin Badra, die aus einer
entsetzlichen Zwangsehe flieht und später die Freuden der Intimität entdeckt.
Doch auch ihre neue Liebe wächst sich zur Abhängigkeit aus . . .
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Die Mandel
Wenn sich Autoren hinter Pseudonymen verbergen, steigert das in der Regel
die Neugier. Das war aber nicht der einzige Grund, warum es Die Mandel in
Frankreich auf die Bestsellerlisten schaffte. Die Mixtur aus arabischer
Exotik, Sex und Befreiung von ...
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In Frankreich schaffte es das Buch, das soeben auf deutsch erschienen
ist, 2004 prompt auf die Bestsellerlisten. Ein Stoff in der Tradition
erotischer Enthüllungsgeschichten, von denen es in Frankreich zuletzt eine
ganze Reihe gab und der nicht weiter schockierend wäre. Wäre nicht die
Schriftstellerin Nedjma selbst Muslimin und hätte deswegen in ein Wespennest
gestochen. Nedjma ist ein Pseudonym. Die Autorin gibt als Adresse Nordafrika
an, hat kein Telefon und ist nur auf neutralem Boden zu sprechen. Käme
jemals ihre wahre Identität heraus, so fürchtet sie, in ihrem eigenen Land
auf der Straße gesteinigt zu werden. Im Internet häufen sich schon die
Schmähungen.
Die gut 40jährige führt ein Doppelleben zwischen den Kulturen, von dem nicht
einmal ihre eigene Familie etwas ahnt. Ihr intellektueller Beruf erlaube es ihr,
immer wieder nach Europa zu reisen, wo man ihr Buch verlegt hat. Auf arabisch
wird es wohl nie erscheinen.
Nedjma hat sich mit der Geschichte der jungen Badra und ihrer sexuellen
Irrungen ihre eigene Verzweiflung von der Seele geschrieben: drastisch,
wortgewandt und voller Wut.
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